22. Mai 2020 | Corona GK IB Info

Wocheninfo in Corona Zeiten 04
vom 22.05. bis 28.05.2020

Aus dem Gemeindeleben
Ankündigung der Gemeindeleitung

Als Gemeindeleitung würden wir uns freuen, wieder gemeinsam Gottesdienst zu feiern, und aufgrund der allgemeinen Lockerungen in der Corona-Krise können wir uns vorstellen, am 7. oder am 14. Juni damit zu beginnen. Natürlich liegt uns dabei die Sicherheit von uns allen besonders am Herzen. Wie Ihnen und euch sicherlich bekannt ist, gibt es trotz der Lockerungen einige Vorschriften, die wir unbedingt einhalten müssen.
Um weiter planen zu können, würde es uns helfen zu wissen, wer überhaupt kommen würde. Deshalb unsere Bitte, dass Sie sich und dass ihr euch bei mir oder uns als Gemeindeleitung meldet. Das kann per Telefon oder Email geschehen: 0201 225077 gerald.kunde@feg.de So hätten wir ein Stimmungsbild und eine ungefähre Zahl, gerade auch deshalb, weil unser Raum begrenzt ist. Die näheren Vorschriften, auf die wir achten müssen (Abstand halten, geordnet rein und rausgehen, Hände reinigen, Anmeldung, Lüftung der Räume, usw.) geben wir dann noch bekannt. Vielen Dank!

Gottesdienste

Danke für den letzten ansprechenden Video-Gottesdienst!
Am kommenden Sonntag, den 24.5., stellen wir eine Audio-Andacht und Empfehlungen für Lieder auf unserer Homepage bereit, die man sich jederzeit anhören kann. Außerdem überträgt das ZDF um 9.30 Uhr einen evangelischen Gottesdienst aus der Johanneskirche in Erbach.
Die evangelische Kirche in Essen bietet am Himmelfahrtstag, dem 21.5. und am Sonntag, dem 24.5. jeweils um 10.00Uhr Online-Gottesdienste aus dem Weiglehaus an. Auf Youtube gibt es dort auch Gottesdienste mit Kinderprogramm.
Unter https://feg.de/livestream/ werden viele Adressen von Lifestream-Gottesdiensten aus dem Bund der FeG aufgeführt.

Café Pause

Vor etwa fünfzehn Jahren entstand der Gedanke, den zahlreichen Passanten und den Menschen im Viertel eine Atempause in ruhiger Umgebung und einen Treffpunkt anzubieten.
Sechzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren am Start, jede Woche vier. Sie deckten und schmückten Tische. Selbstgebackene Kuchen und Torten warteten auf die Gäste. Jeden Mittwoch von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr standen die Türen offen für alle. Man nahm Platz, wählte von einer Karte, was man gern essen und trinken wollte – und bekam es freundlich am Platz serviert. Kostenlos, soviel man wollte. Man konnte sich unterhalten oder ein Brettspiel machen. Auch die Andacht des Pastors gehörte von Anfang an dazu und wurde nachgefragt.
Am Anfang kamen Leute aus der Umgebung, Ehepaare und Familien. Später Migranten aus Russland und Polen. Nach und nach und bis jetzt waren es dann Menschen vom Rand der Gesellschaft, Einsame und Unruhige. Sie genossen die liebevoll geschmückten Tische, die freundliche Ansprache, die aufmerksame Bedienung und vor allem die leckeren Torten und Kuchen – am liebsten mit viel Sahne. In Spitzenzeiten wurden einmal sechzig Gäste gezählt, fünfundvierzig waren es öfter. Man kannte sich – aber nicht mit Namen. Höchstens Spitznamen wurden genannt: Da waren der „Baron“ oder „Klitschko“. Einige trafen sich gerne, andere waren einander nicht grün. Manchmal waren couragiertes Auftreten und eine klare Ansage der Mitarbeiter/innen nötig, um bei Auseinandersetzungen den Ball flach zu halten. Oder ein Machtwort des Pastors half. Mit der Zeit schrumpfte der Mitarbeiterkreis. Alle wurden älter, der eine oder andere ging weg. So öffnete Café Pause nur noch zwei Mal im Monat, später ein Mal. Auch die Gästezahlen gingen zurück. Aus diesem Grund stellte sich schon vor einiger Zeit die Frage, ob und wie Café Pause weitergehen könnte.
Nun sieht es so aus, als habe Corona die Entscheidung vorweggenommen. Die Mitarbeiter/innen, mit denen ich sprach, sehen keine Möglichkeit, die strengen Hygiene-Auflagen mit dem Ablauf eines normalen Café-Pause-Nachmittags unter einen Hut zu bringen. So wird Café Pause wohl zumindest eine lange Pause machen müssen… Ohne genau zu wissen, was kommt, hier ein ganz herzliches Dankeschön an alle, die irgendwann mal oder bis jetzt mit Liebe und viel Einsatz diese Arbeit getragen haben!

Telefonbesuche

Ein Pastor tritt seinen Dienst in einer neuen Gemeinde an. Von den Menschen dort sieht er die wenigsten. Wegen Corona bleiben sie zu Hause. Allein. Keine Veranstaltungen, keine Treffen. Kein
Kennenlernen. Ganz schön schräg- oder? Gerald Kunde tut das, was jetzt möglich ist: Er macht Telefonbesuche. Weil das im Moment ein wichtiger Teil seiner Arbeit ist, habe ich ihn danach gefragt.
Wie geht es Dir eigentlich damit, dass Du Deine neue Gemeinde noch nicht als Ganzes getroffen hast?
Das finde ich sehr schade – wie gerne würde ich mit der ganzen Gemeinde zusammen sein , in die Gesichter blicken und Gottesdienst gemeinsam feiern! Gerne erinnere ich mich an unsere Begegnungen im Dezember und im Januar und an einige Gespräche zurück. In so einer Ausnahmesituation eine neue Stelle als Pastor zu beginnen – das haben wir uns alle anders vorgestellt! In der Gemeinde geht es ja gerade darum, dass wir Kontakt miteinander haben und einander im Glauben an Jesus Christus unterstützen. Aber genau darum geht es jetzt! Und so fühle ich mich am richtigen Platz! Ich arbeite mich allmählich ein, bin viel am Telefonieren und über Email und Internet in Kontakt.
Wie bereitest Du Dich auf einen Telefonbesuch vor? Gibt es eventuell eine Struktur für so ein Gespräch?
Nein, eine Struktur habe ich nicht. Ich rufe einfach an und stelle mich vor, und dann kann sich das Gespräch entwickeln. Es kommt auch vor, dass ich ein zweites Mal anrufe, wenn mir etwas nachgegangen ist.
Wie entscheidest Du, wen Du anrufen willst?
Ich nehme mir die Liste der Mitglieder und Freunde zur Hand und fange einfach mal an, per Zufall. Ein Geburtstag ist auch immer ein guter Anlass. Manchmal gibt es einen Anhaltspunkt wie z.B. in der Wochen-Info oder wenn ich davon höre, dass jemand eine Not hat, dass eine OP ansteht usw.
Wirst Du zu Telefonbesuchen eingeladen?
Ja, ich habe einige Emails mit Fotos und Telefonnummern bekommen. Es kommt auch vor, dass sich jemand bei mir mit einem seelsorgerlichen Anliegen meldet und wir dann gemeinsam am Telefon beten. Das ist dann wie Telefon-Seelsorge.
Wie ist es, mit jemandem zu sprechen, den Du kennenlernen willst, von dem Du aber kein Bild hast?
Mir wird bewusst, wie visuell wir Menschen veranlagt sind. Wir machen uns ein Bild von dem, was wir sehen. Schade finde ich nur, dass dabei die nonverbalen Formen unserer Kommunikation wie Gestik, Mimik und Blickkontakt wegfallen. Ein Foto zu haben hilft natürlich, damit habe ich schon einmal einen kleinen Eindruck. Ausschließlich zu telefonieren fordert mich he raus, genau hinzuhören, zu spüren und sensibel zu sein, was mir entgegenkommt, vielleicht noch einmal nachzufragen. „Mit dem Herzen sehen lernen“, würde der kleine Prinz jetzt sagen.
Was erlebst Du während dieser Gespräche? Was nimmst Du wahr? Was passiert?
Ich erlebe viel Offenheit, Vertrauen und Dankbarkeit, das ist schön und hilft mir, hineinzufinden in meine neue Aufgabe. Auch Verständnis für die besondere Situation, die wir alle jetzt erleben, und immer auch die Hoffnung, dass diese Zeit vorübergeht und wir uns dann persönlich begegnen werden. Darauf freue ich mich sehr! Ich nehme wahr, wie sehr die Gemeindemitglieder und Freunde miteinander verbunden sind. Es wird viel telefoniert in diesen Tagen. Ich habe schon mehrmals gehört, dass wir Dinge voneinander erfahren, von denen wir bisher nichts wussten. Es ist, als ob die verordnete Distanz uns offener füreinander macht und wir einander näherkommen, obwohl wir uns nicht treffen dürfen. Das ist irgendwie paradox, aber ein schöner Nebeneffekt von Corona.
Was hilft Dir?
Wenn die Menschen von sich erzählen, von ihrem Glauben, wie sie Gemeinde erleben und was sie ihnen bedeutet. Auch auch schwierige Dinge haben da natürlich ihren Platz. Es hilft auch, wenn ich angerufen werde. In der Regel bin ich wochentag s von 10:00h bis 17:00h im Büro. Sollte ich ich nicht da sein, ist die Sprachbox eingeschaltet und ich kann zurückrufen.
Was bewirken die Telefonbesuche bei Dir?
Ich fühle mich mehr und mehr dazugehörig. Es ist schön zu hören, dass die Gemeinde auch Anteil nimmt an meiner Frau Nicole und mir, unseren Kindern und unseren Umzug nach Essen.
Danke für dieses Schreib Gespräch!

Für die Gebetszeit

Danke, dass wieder mehr Kontakte möglich sind. Danke für einen Besuch bei Freunden oder sogar im Altenheim. Es ist s chön, vertraute Gesichter wieder zu sehen.
Danke für erste Möglichkeiten zum Reisen! Ein Tapetenwechsel tut der Seele gut.
Danke für alle Möglichkeiten, digital in Kontakt zu sein, Gottesdienst und Abendmahl „gemeinsam“ zu feiern!
Danke für unsere Homepage mit wichtigen Informationen und guten Impulsen!
Danke für Freunde aus Brasilien, die auch deutsch sprechen und die unsere Homepage besucht und an unserem Gottesdienst teilgenommen haben Ich freue mich über die Verbundenheit mit lieben Menschen weltweit von Gerald Kunde
Danke für noch viel mehr!
Wir bitten für die jungen Leute, die jetzt unter schwierigen Bedingungen Prüfungen machen müssen … die Ausbildung, Studium oder Beruf beginnen sollen und nicht wissen, wie es weit ergehen soll, auch wenn vor Corona schon alles gut geplant war.
Wir bitten darum, dass die Menschen sorgsam mit allen Lockerungen umgehen und eine zweite Corona Welle vermeiden helfen.
Wir bitten um Bewahrung für Kirchen und Gemeinden, wenn die Gottesdienst wieder beginnen!
Und wir danken Gott, dass wir auch für unsere Bitten und Klagen sein offenes Ohr finden.
Bis bald, Gottes Segen für jeden Tag und eine gute Woche!