Himmelfahrt - Texte und Gedanken

Was geschah am Himmelfahrtstag?1)

Nach Jesu Auferstehung ließ sich Jesus noch 40 Tage lang hier und da bei seinen Jüngern und einigen Frauen sehen. Das war offenbar auch notwendig, denn den Jüngern und Jesu Nachfolgern erschien eine Auferstehung von den Toten genauso „Unglaublich“ wie uns heutigen aufgeklärten Menschen.

Am Ende dieser 40-tägigen Periode versammelte Jesus seine Jünger noch einmal um sich. Über den Ort dieser Versammlung gibt es in der Bibel unterschiedliche Angaben. Bei Matthäus gingen sie auf einen Berg in Galiläa. Bei Lukas war es in Betanien und bei Markus auch im Umfeld von Jerusalem.

Er beauftragte sie, das Evangelium zu verkünden und segnete sie. Bei Lukas heißt es dann:
„Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.“ (Luk. 24, 51-53)

Matthäus berichtet jedoch nicht explizit von der Himmelfahrt – auch Johannes nicht.

Wie im Himmel

Was ist der Himmel? Die unendlichen Weiten „über den Wolken“, deren Unendlichkeit uns erschaudern lassen, oder die scheinbar zeitlosen Sekunden, in denen wir glücklich sind und es uns gut geht „wie im Himmel“?

Wenn wir Christi Himmelfahrt feiern, erinnern wir an den Abschied Jesu von seinen Jüngern 40 Tage nach seiner Auferstehung. Er kehrt zurück zu Gott. Seit dieser Zeit ist für Christen der Himmel dort, wo Jesus Christus ist. Zwischen Himmel und Erde leben sie.

Im Hier und Jetzt, in unserer Gegenwart können wir etwas vom Himmel erfahren: In dem Glanz auf den Gesichtern unserer Mitmenschen, in Momenten der Versöhnung, der Freude und der Liebe, in denen wir eins sind mit Gott und Menschen.

Diese Momente bauen unser Leben auf. „Was steht ihr da und schaut in den Himmel?“ (Apg. 1,11) Die Frage an die Jünger gilt auch uns. Wollen wir davon nicht weitergeben?

Darum sind wir im Hier und Jetzt, in unserer Gegenwart Aufgerufen: „Gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“(Mt 28, 19.20)

Und: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“(Apg. 1,8)

Gerade dieser letzte Satz ist wie ein Segen. Jesus lässt uns nicht allein und segnet uns mit seinem Heiligen Geist. Lukas stellt bewusst diesen Segen an den Anfang der Apostelgeschichte. Er knüpft damit direkt an dieses Ereignis an und beschreibt die weltumspannende Wirkungsgeschichte des Evangeliums.

„Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden.“ So beten wir im „Vaterunser“. Schenke uns Gott, dass seine „Frohe Botschaft“, sein Evangelium uns Momente „wie im Himmei“ schon auf dieser Erden bringt.

Dann können wir Gott mit den Jüngern loben und preisen.

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.

Apostolische Glaubensbekenntnis

Unser Vater im Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Das Vaterunser (Mt. 6, 9-13)

Jesus Christus herrscht als König,
alles wird ihm untertänig,
alles legt ihm Gott zu Fuß.
Aller Zunge soll bekennen,
Jesus sei der Herr zu nennen,
dem man Ehre geben muß.

Philipp Friedrich Hiller 1755

Wir feiern deine Himmelfahrt
mit danken und mit Loben.
Gott hat sich machtvoll offenbart,
das Kreuz zum Sieg erhoben.
Er sprach sein wunderbares Ja.
Nun bist du immer für uns da,
entgrenzt von Raum und Stunde.

Detlev Block 1978


1) Zusammenfassung der Berichte aus Matthäus 28, 16-20, Markus 16, 19.20, Lukas 24, 50-53 und der Apostelgeschichte 1, 1-11.