Geistlicher Impuls März 2021

Lobet den Herrn, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele.  (Psalm 103,22)

Erinnern Sie sich? Ein bewährter Spruch aus der Kindererziehung heißt: „Hast du dein Kind heute schon gelobt?“ „Oh nein“, ist wohl oft die erste Reaktion. Und reflexartig die Frage: „Ja, wofür denn?“

Es ist normal, ein Lob auszusprechen für etwas, was der Andere gut gemacht hat oder was einem an dem Anderen gut gefällt. Auch David fragt in dem 103. Psalm indirekt: „Hast du Gott heute schon gelobt?“ Er nennt auch gleich ein paar Beispiele, wofür: was er dir Gutes getan hat, dass er dir deine Sünden vergeben oder deinen Mund wieder fröhlich gemacht hat. Aber David geht noch einen Schritt weiter. Er regt uns an, Gott zu loben für das, was er ist und nicht für das, was er getan hat.

„Gott ist barmherzig und gnädig und von großer Güte.
Er vergilt uns nicht nach unseren Missetaten und
lässt seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.“

David ist von Gott als Person und von dessen Wesen fasziniert und tief ergriffen. Das ist mehr und hat einen anderen Wert als „nur“ gute Werke, schöne Ereignisse oder erfolgreich durchgeführte Projekte. Sollte der Psalmist Gott beschreiben, würde er vor allem zwei Eigenschaften nennen: gnädig und barmherzig. Diese Beschreibung zieht sich wie ein roter Faden durch die Psalmen. Das heißt, dass sich David immer wieder an sie erinnert, in guten wie in schlechten Zeiten. Wenn es ihm gut geht und wenn es ihm richtig schlecht geht. David sagt: Lobe den Herrn, meine Seele, für das, wie der Herr ist. Das ist in seinem Leben eine feste Größe, auf die er sein Leben lang baut.

Ich finde das großartig und hätte bitte mehr von dieser Haltung. Denn das würde mich von falschen Erwartungen befreien. Natürlich wünsche ich mir in schlechten Zeiten, dass es bald besser geht. Und ich bete auch darum im Vertrauen darauf, dass Gott als der, der allmächtig alles in seinen Händen hat, meine Gebete erhört und meine Wünsche erfüllt. Aber bitte ich Gott dann nicht um ein Ergebnis? Würde ich ihn dann nicht, wenn alles wieder gut geworden ist, „nur“ für das gute Ende loben? Für das, was er getan hat? David sagt: Lobe den Herrn, meine Seele, für das, wie der Herr ist. Zum Beispiel gnädig und barmherzig. Das ist in seinem Leben eine feste Größe, auf die er sein Leben lang baut. Das wünsche ich mir auch mehr für mein Leben.

In diesen besonderen Zeiten verstellen Probleme oft die Sicht auf das Gute. Da ist es schwer, ein Lob zu formulieren. Das wusste auch der Psalmschreiber. Sonst hätte er selbst diese eindringliche Aufforderung nicht nötig gehabt. Da können wir uns in schweren Situationen anhängen. Und den Zuspruch hören, dass Gott gnädig, barmherzig und von großer Güte ist – im Umgang mit mir, mit uns.

Silke Janssen

Psalm zur Corona-Zeit

Dieser Psalm entstand in einem Moment, in dem ich die gegenwärtigen Lebensumstände durch den Lockdown als extrem bedrückend empfunden habe. Er beschreibt eine persönliche Begegnung mit Gott. Durch das Beten und Schreiben habe ich Gottes heilsamen Trost und seine Hilfe erlebt. Meine Gefühle und Gedanken vor Gott auszudrücken hat mir sehr geholfen. Diesen Trost möchte ich mit Ihnen und Euch teilen.
Gott, wie lange noch?

Seit fast einem Jahr gehe ich auf Abstand. Mir fehlen die Menschen. Mir fehlt das gemeinsame lachen, singen, essen. Mir fehlen Arme, die mich halten, Hände, die mich berühren. Mir fehlt die menschliche Nähe.

Ich fühle mich wie eine Verdurstende. Nachts träume ich davon.

Wie schön war es vorher: Wir sind uns ohne Abstand und Masken begegnet. Zur Begrüßung haben wir uns die Hände gereicht oder uns in den Arm genommen. Wir haben miteinander gesungen, geredet, gelacht, gegessen und uns auch gestritten. Wir sind nur bei schlechtem Geruch auf Abstand gegangen. Wir waren unbefangen und uns nah.

Ach, Herr, es fehlt so sehr. Ich fühle mich wie eine verdurstende Pflanze in der Wüste.

Ja, wir können uns hören – übers Telefon und miteinander sprechen. Wir sehen uns über Zoom, Teams, Skype. Manches machen wir auf Abstand. Dabei geben wir uns alle Mühe.

Herr, es ist nicht das Gleiche. Es fehlt so sehr.

Wie lange noch?

Herr, du sagst, dass Du der Herr der Welt bist und uns liebst. Deinen Sohn hast Du für uns gegeben. Ja, Herr, das weiß ich alles. Es ist das Fundament meines Lebens. Ohne Dich und Deinen Sohn hätte mein Leben keinen Sinn.

Herr, Du hast uns als Geschöpfe gemacht, die auf Beziehung angelegt sind. Auf Beziehung zu Dir, zu uns selbst und zu anderen Menschen. Es ist wie ein Dreieck mir drei Spitzen – und eine ist im Moment abgebrochen.

Herr, wie lange noch? Ich schaffe es nicht mehr. Es überfordert mich.

Gott, Tränen laufen und hören nicht auf. Es tut weh und mir fehlt das Licht am Horizont. Ich sehne mich nach Menschen und möchte ihre Nähe spüren. Es tut körperlich weh. Es überfordert mich.

Vater, wie lange noch?

Du bist mein Vater. Ein Vater, der absolut zuverlässig ist. Du bist zu 100%  zuverlässig. Du wirst mich durchtragen durch diese Zeit. Du hast es versprochen. Vater, Du hast mich schon durch manche schwere Zeit getragen. Du warst und bist immer da. Ich habe erlebt, dass schwere Zeiten ein Ende haben.

Darauf hoffe ich. Ich hoffe auf Dich und dein Durchtragen. Meine Kraft schwindet. Ich schaffe es nicht alleine.

Trage Du mich. Halte Du mich. Schenke mir Deine Nähe. Ich will Dir vertrauen. An Dir halte ich mich fest. Das tut mir gut.

Vater, trage mich durch – so lange, wie es dauert.

C.H.

Bildnachweis; Pixabay

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