Wochenvers für 18. bis 24. Oktober 2020

„Heile du mich, Herr, so werde ich heil;
hilf du mir, so ist mir geholfen“.

(Jeremia 17,14)

Diese Worte sind ein Gebet in großer Not. Wer so betet, hat keine Zeit mehr, schöne Worte zu machen – er ruft um Hilfe, kurz und bündig und klar. So auch der Prophet Jeremia, von dem diese Worte überliefert sind.

In diesen wenigen Worten wird deutlich, was Beten ist:

Zuerst die Einsicht: ich brauche Hilfe.

Wer von uns schon einmal ernsthaft erkrankt war, kann das vielleicht nachempfinden. Unsere Gesundheit ist ein besonderes Geschenk, und wenn sie in Gefahr ist, wird uns bewusst, wie zerbrechlich unser Leben ist.

Hilfe brauchen wir auch in unseren alltäglichen Aufgaben und im Beruf. Sicherlich sammeln wir im Laufe der Jahre Erfahrungen und schaffen vieles. Dennoch geschieht es, dass wir an unsere Grenzen stoßen und nicht weiter wissen, und dann ist die Gefahr, uns zu überfordern, groß.

Ich weiß nicht mehr weiter, ich brauche Hilfe – das zu sagen fällt uns oft nicht leicht. Dabei ist es keine Schande, denn wir sind nun einmal Menschen und haben unsere Grenzen.

Und ein Zweites, der Blick nach oben: „Du, Herr“

Es gibt viele Menschen, die kompetent und wohlwollend helfen können. Ich erinnere mich gerne an diejenigen, die mir zur Seite gestanden haben. In ihnen ist Gott mir nahe gekommen, was mich sehr dankbar macht. Doch auch diese Menschen haben ihre Grenzen und machen Fehler.

Als glaubende Menschen können wir uns an Gott wenden. Unsere Hilfe kommt vom Herrn, „der Himmel und Erde gemacht hat“ (Psalm 121,2) und der nur ein Wort zu sagen braucht, und schon steht es da. (Psalm 33,9) Er ist es, der auch uns gemacht hat und der uns, wie Jesus es sagt, wie ein guter Vater liebevoll zugewandt ist.

Ich kann glauben: Gott, der die großen Dinge in der Hand hält, hält auch mich und mein kleines Leben in der Hand. Und damit kann ich auch einstimmen in die Worte des Propheten: „Herr, heile du mich! Hilf du mir! Du bist es, der mir in meiner jetzigen Lage helfen kann. Du, Jesus, kannst aus Sünde genauso retten wie wenn ich krank bin. Du hast ein offenes Ohr und ein offenes Herz für mich!“

Und dann ist da noch ein Drittes: Vertrauen.

Das spricht mich bei diesem kurzen Gebet des Jeremia besonders an: Er vertraut darauf, dass Gott es gut mit ihm macht, auch wenn er nicht alles versteht, was passiert. Er darf glauben, nicht allein in der Welt zu sein, sondern gehalten zu sein.

Wir können Gott nicht vorschreiben, was er tun soll, aber wir können ihn vertrauensvoll um seine Hilfe bitten und die Hoffnung behalten.

 

Gerade jetzt in Corona-Zeiten macht mich der Wochenvers nachdenklich: da ist ein kleines Virus, das die ganze Welt auf den Kopf stellt und uns zeigt, wie ohnmächtig wir sind und wie zerbrechlich unser Leben ist. Und gleichzeitig ermutigen mich die Worte, den Blick nach oben zu richten, Gott um Hilfe zu bitten und zu vertrauen, dass er es gut mit uns macht.

Damit legen wir die Hände nicht einfach in den Schoß, sondern können gleichzeitig verantwortlich handeln, einander schützen und versorgen und einen Impfstoff entwickeln.

Schon viele Menschen haben diese Worte zu ihrem eigenen Gebet gemacht, weil sie sich darin wiederfanden. Vielleicht ist das auch eine gute Übung für uns in dieser Zeit.

Ihr Pastor Gerald Kunde

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