Gedanken zum Wochenspruch 18. Juli 2021

„Ihr seid nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.“  (Epheser 2,19)

“Im eigenen Bett schläft es sich doch am besten!” So sagen viele, wenn sie von einer Urlaubsreise zurückkommen. Zuhause sein, bedeutet ja, ich bin mit allem vertraut. Ich kenne die Zimmer und weiß, wo ich die Dinge finde, die ich brauche. Mein Lieblingssessel lädt wie immer mich zum Lesen ein und meine Gitarre zum Singen. Das Gefühl sagt: “Hier bin ich zu Hause. Hier gehöre ich hin.”

Ganz anders ist das im Urlaub. Da ist alles neu! Und wie schön – mal aus dem Alltag rauskommen und etwas Neues entdecken! Wie wird wohl das Essen schmecken? Welche Düfte werden in der Luft sein? Welchen Menschen werde ich begegnen? Im Urlaub in der Fremde zu sein, ist spannend.

“Fremd sein – Zuhause sein” – das kommt auch in der Bibel vor. Das Volk Israel war über Jahrhunderte “in der Fremde” – in Ägypten. Doch haben sie keine guten Erinnerungen. So erinnern sie sich daran jedes Jahr im Passahfest, essen bittere Kräuter mit einem Dressing aus Salzwasser. So auch später, als sie nach dem Exil in der Fremde in Babylon wieder in ihre Heimat durften. Ebenso hat sich die frühe Kirche in der Fremde verstanden, als Pilger auf dem Weg in ihre himmlische Heimat, als Himmelsbürger der zukünftigen Welt Gottes.

Wie schön, wenn wir ein Zuhause haben, wo wir uns sicher fühlen, wo es gut ist zu sein. Ich erinnere mich an mein Zuhause und fühle mich dankbar.

Doch nicht alle Menschen können das sagen, nicht für alle ist das Zuhause ein schöner und sicherer Ort. Und viele andere haben ihre Heimat aufgeben müssen. Die Flüchtlingshilfe der UNO informiert, dass die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen flüchten, noch nie so hoch war wie heute. Ende 2020 sind es ca. 82,4 Millionen – das sind ja nicht nur Zahlen, sondern Leben und Schicksale!

Vor ein paar Tagen habe ich Thomas kennengelernt (Name geändert). Er sitzt auf einer Parkbank und wir kommen ins Gespräch. Er komme aus Essen und habe seit einem halben Jahr seine Wohnung verloren. Die Eltern seien geschieden und die Familie auseinander gebrochen. Er selbst habe auch „Mist gebaut“ und seine Arbeit verloren.

Ein sicheres Zuhause zu haben, ist nicht selbstverständlich. Wir ermutigend sind die Worte des Apostels Paulus, wenn er den Gemeinden in Kleinasien schreibt, dass sie bei Gott nicht länger Fremde sind und Gäste, die kommen und gehen, sondern dass sie Bürgerrecht im Himmel zusammen mit den Engeln und den Heiligen haben und dass sie zu Gottes Hausgemeinschaft gehören.

Mir kommt die Geschichte vom verlorenen Sohn in den Sinn. Darin geht es um einen jungen Mann, der von zuhause weggeht, um die große weite Welt zu entdecken. Voller Tatendrang zieht er los, doch es geht schief. Er kommt mit den falschen Leuten zusammen und wird ausgenutzt, er verliert alles und leidet schließlich Hunger. Am Tiefpunkt erwacht seine Sehnsucht, und erinnert er sich an sein Zuhause. Er weiß: hier bin ich geliebt und angenommen, hier gehöre ich hin und bin sicher. So macht er sich voller Tränen aber auch voller Hoffnung auf den Weg zurück (Lukas 15).

 

Mit diesem Gleichnis lädt Jesus Christus uns ein. Da ist einer, der auf uns wartet mit den Worten: „Schön, dass du da bist! Willkommen zuhause!“

Ich wünsche uns allen eine bewahrten Sommer und erholsame Tage!

Ihr und euer Pastor Gerald Kunde

Ergänzende Worte von Ilse Brall in der Wochen-Info

In schweren Zeiten ein Zuhause zu haben – ja, das ist wichtig! Einen Ort, an dem ich mich geschützt aufhalten und entspannen kann, an dem ich sein kann, wie ich bin. Eine Umgebung, die mir gefällt und vertraut ist. Das können – wenn es gut läuft – die eigenen vier Wände sein.

Das kann aber auch eine Gemeinschaft sein, Familie, ein Freundeskreis, eine Gemeinde. Da gehöre ich dazu, da werde ich akzeptiert, da bin ich nicht allein. Ich erlebe Kontakt, Unterstützung und Fürsorge – und werde gesehen und gebraucht mit dem, was ich kann und bin. Und das bleibt auch so, ganz egal, ob ich vor Ort bin oder woanders.

So wird schon eine Spur von dem erlebbar, was es bedeutet, ein Zuhause bei Gott zu haben. Und wenn die Kraft knapp wird und die Schwierigkeiten groß, dann kann ich nach Hause gehen und auftanken.

Herzliche Grüße

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FLUTKATASTROPHE

Auch Gemeinden aus dem Bund FeG hat es getroffen

Bund FeG ist Vollmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)

„Es ist ein historisches Ereignis, dass der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) nach sieben Jahrzehnten Vollmitglied wird“, so Radu Constantin Miron, ACK-Vorsitzende und griechisch-orthodoxer Erzpriester. Am 24. März 2021 wurde der Bund FeG nach 72 Jahren Gaststatus offiziell als Vollmitglied in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) aufgenommen.

Zum Beitrag ACK

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