Gedanken zum Monatsspruch Juni

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

(Apostelgeschichte 5,29)

„Fearless women“ – „Furchtlose Frauen“

So lautet die Überschrift einer Bilderausstellung im Grugapark seit dem Internationalen Frauentag am 8. März. Es sind übergroße Porträts von engagierten Frauen, die der Künstler Oliver Schäfer in leuchtenden bunten Farben dargestellt hat. Dazu ein kurzer Text von der Journalistin Diana Ringelsiep über das Leben dieser Frauen.

Ich stehe davor und lasse mich von ihnen ansehen. Ich bin berührt und ahne, was es sie gekostet hat, ihren Weg zu gehen. Vielleicht waren sie nicht immer so furchtlos, wie der Titel suggeriert. Aber sie sind nicht ihrer Furcht gefolgt, sondern ihrer inneren Berufung und haben sich mutig und entschlossen und mit viel Hoffnung eingesetzt. Beeindruckende Lebenszeugnisse!

Davon einige Beispiele:

Da ist Dr. Helen Caldicott, eine Kinderärztin aus Australien, die in Stoffwechselerkrankungen forscht und sich gegen Atomtest in der Südsee einsetzt. 1985 wird sie für Friedensnobelpreis nominiert.

„Als Ärztin sehe ich unsere Erde wie eine Patientin auf der Intensivstation. Wir haben einen akuten Notfall in den Händen und müssen dringend Maßnahmen ergreifen.“

Barbra Streisand, die aus einer einfachen jüdischen Familie in New York kommt. Mit ihrer Gabe zum Singen wird sie bald berühmt und erhält mehrere Musikpreise. In Filmen wie „Funny Girl“ und „Yentl“ wird sie auch als Schauspielerin bekannt. Man kennt und fürchtet sie auch für ihr kompromissloses Engagement für Umweltschutz, gegen Diskriminierung von Minderheiten, Drogenkonsum und Massen-vernichtungswaffen.

„Kunst ist nicht nur da, um zu unterhalten, sondern auch, um zum Nachdenken anzuregen, zu provozieren, zu stören und die Suche nach der Wahrheit aufrecht zu halten.“

Die Iranerin Marzieh Ebrahimi wurde 2014 Opfer eines Säureangriffs, wie sie häufig geschahen bei Frauen im Iran, die Auto fuhren. Beim Einparken kamen die Täter kamen mit einem Motorrad und schütten ihr Säure ins Gesicht. Damit änderte sich ihr Leben für immer: ihre linke Gesichtshälfte, ihr Hals und ihre Hände wurden von der Säure verätzt. Das Auge der 26-jährigen konnte nicht gerettet werden.

Nachdem sie sich einige Monate zurückgezogen hatte, entschied sie sich, kein Opfer mehr zu sein, sondern ihre Stimme zu erheben für alle, die das nicht können. 2018 ließ sie sich fotografieren und ging mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit. Zusammen mit anderen Frauen, die auch so eine Attacke erlitten hatten, wandte sie sich an die Regierung und forderte strengere Gesetze. 2019 verabschiedet das iranische Parlament ein Gesetz, das Haftstrafen für Täter und Ausgleichszahlungen für Opfer vorsieht.

Trotz ihres abgebrochenen Musikstudiums war die gebürtige New Yorkerin Stefani Joanne Angelina Geramnotta begeistert von Musik. Mit ihrem Album „Fame“ 2008 wurde sie als Lady Gaga zum Popstar und begann eine musikalische Karriere. Ihre Bekanntheit nutzt sie, um unbequeme Themen an die Öffentlichkeit zu bringen.

2011 macht sie im Weißen Haus eine Kampagne gegen Mobbing. Zusammen mit ihrer Mutter gründet 2012 sie „Born This Way Foundation“ zur Förderung von Jugendlichen. Als Betroffene spricht sie offen über ihre Erfahrungen von sexuellem Missbrauch und den psychischen Folgen. Sie engagiert sich für die Rechte von homosexuellen Menschen, für HIV-Infizierte und Betroffene der Corona-Pandemie.

„Ich möchte, dass sich Frauen und Männer von einem tieferen und verrückten Teil ihrer selbst gestärkt fühlen. Von dem Teil, den sie immer verzweifelt versuchen, zu verbergen. Ich möchte, dass sie diesen Teil von sich mehr schätzen.“

Zusammen mit ihrem Bruder und einem Freund verteilte Sophie Scholl Flugblätter der Weißen Rose und rief zum Widerstand gegen das unmenschliche NS-Regime auf. Sie wurden entdeckt, verhaftet , in einem Schauprozess verurteilt und hingerichtet (1943).

„Was wir sagten und schrieben, denken ja so viele. Nur wagen sie es nicht, es auszusprechen.“

Malala Yousafzai, die sich bereits im Alter von 11 Jahren in Pakistan dafür einsetzte, dass auch Mädchen zur Schule gehen dürfen. 2012 wird sie Opfer eines Attentats durch die Taliban, überlebt schwer verletzt und wird zu einer Symbolfigur für Freiheit und Bildung. Heute lebt sie mit ihrer Familie in London.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ So sagten die Apostel in der frühen Christenheit, als sie das Evangelium von Jesus Christus verkündeten und damit auf Widerstände stießen. Das hat sich bis heute nicht geändert in Ländern, wo christliche Kirchen (und andere Minderheiten) diskriminiert und verfolgt werden. Es gehören innere Stärke und Gewissheit und viel Mut dazu, dabei zu bleiben und den eigenen Überzeugungen zu flogen. Das haben auch diese „Fearless Women“ gelebt. Bewegende Lebensgeschichten, die ermutigen und inspirieren!

Ich kann mir vorstellen, dass es viele solcher Frauen und Männer gibt, im Kleinen und im Großen, auch unter denen, die diesen Artikel lesen und die wir persönlich kennen. Ich würde sehr gerne mehr von ihnen erfahren! Und ich frage mich: wo sind wir heute gefordert, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen, unserer Berufung zu folgen und uns einzusetzen für eine bessere Welt?

Ihr und euer Pastor Gerald Kunde

Darstellung der Bilder und Auszüge der Texte mit freundlicher Genehmigung der Künstler. Wer mehr sehen möchte, kann bei YouTube schauen: OlisArt, oder unten klicken.

Gottesdienste

Wir sind froh und dankbar, dass die Inzidenzwerte zurückgegangen sind. Und wir freuen uns, ab dem 13. Juni wieder persönlich und vor Ort gemeinsam Gottesdienst feiern zu können – wenn alles so bleibt, wie es jetzt aussieht.

Wegen der Abstandsregeln können nur etwa 30 Personen teilnehmen. Darum müssen sich alle vorher ab dem 7.6. bei Gerald Kunde anmelden: 0201 225077 oder gerald.kunde@feg.de

Auf unserem YouTube-Kanal finden sie weiterhin unsere Gottesdienste als Videos.

Gottes Segen und bleiben Sie behütet !

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SCHMERZ WIRD PASSION

Ansgar Hörsting, Präses des Bundes FeG, zu einem Aspekt aus dem Leben oder einem Thema aus der öffentlichen Diskussion.

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Stellungnahme des Präses Des Bundes Freier evangelischer Gemeinden in Deutschland

Bund FeG ist Vollmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)

„Es ist ein historisches Ereignis, dass der Bund Freier evangelischer Gemeinden (FeG) nach sieben Jahrzehnten Vollmitglied wird“, so Radu Constantin Miron, ACK-Vorsitzende und griechisch-orthodoxer Erzpriester. Am 24. März 2021 wurde der Bund FeG nach 72 Jahren Gaststatus offiziell als Vollmitglied in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) aufgenommen.

Zum Beitrag ACK

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