Gedanken  zum  Monatsspruch  Dezember  2020

Brich dem Hungrigen dein Brot,
und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!

Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn,
und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! 

(Jesaja 58,7)

Diese Worte des Propheten Jesaja sind ein leidenschaftlicher Aufruf, soziale Unterschiede zu überwinden und Notleidenden zu helfen, und zugleich eine Chance, Gottes Gerechtigkeit aufleuchten zu lassen.

Die Worte sind zuerst praktisch und handfest gemeint: Brot miteinander teilen, Menschen aufnehmen und versorgen. Und auch im übertragenden Sinn: teilen, was wir haben und was unser Herz erfüllt: unser Glaube und unsere Zuversicht, Leben in Gemeinschaft, unsere Fähigkeiten.

So ein Verhalten setzt voraus, dass wir bereit sind, menschenzugewandt zu leben; dass wir nicht wegsehen, sondern hinsehen; dass wir uns nicht distanzieren („Das ist sein Problem“ oder „Selber schuld“), sondern dass wir uns von der Not berühren lassen. Das können wir nicht immer machen, denn damit würden wir uns überfordern. Als einzelne und als Gemeinde vor Ort haben wir Grenzen. Aber wir können es immer wieder mal tun und so ein wenig mehr ins Gleichgewicht kommen. Es sind ja Menschen wie wir!

Als ich vom zerstörten Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos und von den verhaltenen Reaktionen aus der EU hörte, war ich sehr betroffen – können uns die Menschen egal sein? Umso so erleichterter war ich, dass sich einige Länder nach intensiven Gesprächen entschlossen, Flüchtlinge aufzunehmen. „Moria darf sich nicht wiederholen!“ , so die Vertreter christlicher Organisationen und Kirchen sowie Politiker in einer gemeinsamen Erklärung, in der sie die Zustände im abgebrannten Flüchtlingslager Moria verurteilen und schnelle Nothilfe fordern.

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir sind miteinander unterwegs und brauchen einander. Keiner von uns ist eine Insel! In gegenseitiger Anteilnahme und Mitgefühl leben wir, was Gott in uns hineingelegt hat. Zu Gottes Ebenbild sind wir geschaffen, und als mitfühlende und hilfsbereite Menschen werden wir Gott ähnlicher, der ja ein mitfühlender und barmherziger Gott ist.

Ich habe einige Jahre psychisch und suchterkrankte Menschen in einem Übergangswohnheim begleitet. In den Gesprächen bin ich vielen Abgründen begegnet, aber auch viel Hoffnungsvollem. Ich habe erlebt, dass krank und gesund nicht immer so weit voneinander entfernt sind und dass wir einander viel zu geben haben. Es war eine Freude, zu sehen, wie Menschen ihren Weg gestärkt weitergehen konnten, und es macht mich dankbar, was ich dabei gelernt habe und dass ich auch als Gebender ein Empfangender sein durfte.

„Selbst in den dunkelsten Ecken dieser Welt kann ein Licht aufscheinen. Wir müssen es nur entzünden.“ Mit diesen Worten beginnt ein Journalist einen Artikel über Flüchtlinge, und die Worte gehen mir nach, wo ich nun diese Andacht für die Adventszeit schreibe, eine festliche Zeit mit vielen Kerzen und Lichtern. Wir feiern die Ankunft von Christus, der als Licht in unsere Welt gekommen ist. Von seinem Licht können wir nehmen und es weiterreichen, damit viele Lichter an vielen dunklen Ecken die Welt ein wenig heller machen.

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten,
die viele kleine Schritte tun,
können das Gesicht der Welt verändern.“ (Stefan Zweig)

Ich wünsche allen eine lichtvolle und gesegnete Advents- und Weihnachtszeit!

Ihr Gerald Kunde, Pastor Essen-Mitte

Wort unseres Präses Ansgar Hörsting zur aktuellen Lage:
„Halt finden und geben, Maß halten und durchhalten“

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